Gymnasiasten aus Neudietendorf eroberten England

Am frühen Morgen des 16. Juni 2012 versammelten sich rund 60 müde Schüler und Lehrer um ihre Bildungsreise nach Hastings in England zu starten. Eine Woche lebten sie in Gastfamilien und erkundeten die Hauptstadt London sowie die Gegend in Südengland. Erster Halt war aber Dünkirchen in Frankreich. Hier ging es auf die Fähre, welche die aufgeregte Gruppe auf die Insel übersetzte. Von dort war es nicht mehr weit bis nach Hastings. Am Abend angekommen wurden alle auf ihre Familien verteilt und der Abschied erfolgte schnell. Jeder war sehr gespannt auf das Leben in einer englischen Familie.

Am nächsten Morgen wurde erst einmal Hastings selbst erkundet. Ein Höhepunkt dabei: Die Schmugglerhöhlen, in welchen man so einiges entdecken konnte. Nach dem Besuch des ehemaligen Schmugglerverstecks hatte nun jeder seine Zeit in Hastings zur freien Verfügung, bis es am Nachmittag zu den „Seven Sisters“ ging. Der Name bezeichnet die sieben eindrucksvollsten Klippen im Süden England. Beeindruckend waren sie wirklich. Über eine Treppe konnte man an den Strand gelangen und die weißen, steilen Klippen von unten betrachten. Es gab niemanden, der hier nicht zum Fotoapparat griff. Unser nächster Halt war schließlich die höchste Klippe Englands: „Beachy Head“. Diese Klippe konnte man nur von oben bestaunen, ging es doch ziemlich weit nach unten.

Der nächste Tag war mit viel Aufregung verbunden. Es ging in die Hauptstadt London. Nach beinahe 2 Stunden Fahrt waren wir endlich angekommen. Bereits auf dem Weg mit dem Bus durch die Stadt gab es viel zu sehen. Eine Hälfte der Schüler würde sich auf den Weg ins berühmte Madam Tussauds und zum London Eye machen, während die anderen ihren Tag in London nach Belieben nutzen konnten. Viele nutzten die Gelegenheit zum Shoppen, andere liefen einfach nur durch die Stadt, besuchten die verschiedensten Sehenswürdigkeiten, wie z.B. den Buckingham Palace, oder fuhren ein bisschen mit der Londoner U-Bahn, der ‚Tube‘. Als es am Abend wieder nach Hastings ging, freuten sich alle schon auf den zweiten Besuch.

Am Dienstag kamen die Schüler der Queen ganz nahe. Die Fahrt ging nach Windsor Castle, einem Wohnsitz der Queen. Im Bus wurde erklärt, würde die Flagge gehisst sein, wäre die Queen anwesend. Als das Schloss in Sicht kam, wurde nach der Flagge gesucht…und sie hing. Im Schloss angekommen fand gerade die Wachablösung statt, ein aufregendes Ereignis für alle. Anschließend konnte man mit Audio-Guides die riesige Anlage erkunden. Leider war die Zeit zu knapp um alles zu sehen, denn es ging gleich weiter nach Brighton – eine Stadt, die wie Hastings am Ärmelkanal liegt. Auch hier konnte jeder Schüler seine Zeit frei gestalten. Viele besuchten die Innenstadt, bekannt durch ihre schmalen Gassen, den ‚Lanes‘. Andere besuchten den Brighton-Pier, eine Art Vergnügungspark und wieder andere lagen einfach nur am Strand, denn die Sonne schien und vom typischen englischen Regenwetter war nichts zu bemerken.

Die Reise führte uns am nächsten Tag nach Canterbury zur berühmten Canterbury-Cathedral. Ein wirklich beeindruckendes Gebäude. Während des Besuchs fand eine kleine Andacht in der Kathedrale statt und vermittelte noch einmal ein besonderes Gefühl. Als Nächstes besuchten wir einen Strand ganz in der Nähe. Das besondere: In unmittelbarer Nähe befanden sich zwei abgeschaltete Kernkraftwerke, weswegen die Flora an diesem Strand sehr besonders war. Aufgrund des warmen Wetters war es auch ein sehr schöner Ort zum Entspannen. Unser letzter Halt für diesen Tag war die kleine Stadt Rye, die durch ihr mittelalterliches Flair verzaubern konnte.

Am letzten Morgen waren alle, wegen des Abschiedes von ihren Gastfamilien, etwas bedrückt. Hatten doch die meisten eine wirklich tolle Woche in diesen Familien gehabt. Trotzdem stieg auch wieder die Aufregung, es ging erneut nach London. Dieses Mal besuchten die Schüler und Lehrer Greenwich, der Ort mit dem Nullmeridian. Anschließend fuhren alle mit dem Schiff auf der Themse in die Londoner Innenstadt. Die Schüler, die am Dienstag ihr Programm hatten, konnten die Stadt nun auf eigene Faust erkunden. Alle anderen begaben sich zum Dungeon, um das Gruseln zu lernen, zum Tower, um die Kronjuwelen zu bestaunen oder zu Shakespeare’s Globe Theater. Der Tag verging für alle wie im Fluge. Als vor dem Tower das Gruppenfoto geknipst wurde, waren alle etwas traurig, denn es war der letzte Halt, ehe es mit dem Bus wieder nach Dover auf die Fähre gehen würde, die alle zurück ans Festland bringt. Aber alle konnten mit einem schönen Gefühl nach Hause gehen, haben sie in der Woche so viel erlebt und gesehen. England war für die meisten eine neue Erfahrung und als alle am Freitagnachmittag von ihren Eltern abgeholt wurden, konnte man überall den begeisterten Erzählungen lauschen. Alle wünschten, sie könnten diese Woche einmal wiederholen.

Eveline Edelmann, Englischlehrerin am von Bülow Gymnasium Neudietendorf

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